Nicole Haider

  1. Home
  2. »
  3. Über mit Liebe trauern
  4. »
  5. Über Nicole Haider
Ich bin Nicole Haider und begleite Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben.

Mein Weg zur Trauerbegleitung war kein geradliniger. Vielmehr haben unterschiedliche berufliche Erfahrungen, meine Ausbildung zur psychosozialen Beraterin und schließlich auch persönliche Verluste dazu geführt, dass ich heute weiß, wo mein beruflicher Schwerpunkt liegt.

In meiner Arbeit verbinde ich fachliche Kompetenz mit eigener Lebenserfahrung und einer Haltung, die für mich besonders wichtig ist: Jeder Mensch trauert anders. Deshalb braucht Trauer keinen vorgegebenen Weg, sondern Raum, Zeit und jemanden, der ein Stück dieses Weges mitgeht.

Mein Weg hat mich zu den Menschen geführt

Nach meiner Matura führte mich mein beruflicher Weg zunächst in unterschiedliche Richtungen. Ein Studium, verschiedene Bürojobs, die Arbeit bei Kinderferienprogrammen und weitere berufliche Stationen gehörten ebenso dazu wie eine Tätigkeit, die ich sehr gerne ausgeübt habe, schließlich aber aufgrund äußerer Umstände aufgab.

Rückblickend erkenne ich heute einen roten Faden, der sich durch viele dieser Jahre gezogen hat: Menschen haben mir vertraut.

Sie haben mir von dem erzählt, was sie beschäftigt, was ihnen Sorgen macht oder was sie tief im Inneren bewegt. Zuhören, da sein und Menschen wirklich wahrnehmen waren für mich schon lange selbstverständlich – auch bevor daraus ein Beruf wurde.

Mit meiner Ausbildung zur Yogalehrerin begann ich schließlich, mich intensiver mit einer ganzheitlichen Begleitung von Menschen auseinanderzusetzen. Yoga eröffnete mir einen neuen Blick auf den Menschen und darauf, wie unterschiedlich wir mit Veränderungen und herausfordernden Lebensphasen umgehen.

Diese Erfahrung wurde zu einem wichtigen Wegbereiter für meine weitere Ausbildung.

Von der psychosozialen Beratung zur Trauerbegleitung

Im Jänner 2025 schloss ich meine Ausbildung zur diplomierten psychosozialen Beraterin ab.

Während dieser Zeit durfte ich viel lernen, mich mit unterschiedlichen Lebenssituationen auseinandersetzen und meine eigene Haltung als Begleiterin entwickeln.

Ergänzend besuchte ich ein Seminar zum Thema Trauerarbeit und bilde mich laufend in Bereichen weiter, die meine Arbeit sinnvoll vertiefen. Dazu gehört unter anderem die Ausbildung zur Selbstfürsorge-Trainerin.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil meiner fachlichen Entwicklung ist die Supervision. Ich habe bewusst deutlich mehr Stunden Gruppensupervision absolviert, als für meine Ausbildung notwendig gewesen wären.

Für mich bedeutet professionelle Begleitung auch, die eigene Arbeit immer wieder zu reflektieren, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und die eigenen Grenzen ernst zu nehmen.

Als die Trauer Teil meiner eigenen Geschichte wurde

Während meiner Ausbildung hätte ich mir zunächst nicht vorstellen können, einmal als Trauerbegleiterin zu arbeiten.

Trauer bedeutete für mich damals vor allem Schwere, Schmerz und Tragik.

Dann wurde sie Teil meines eigenen Lebens.

Im März 2022 starb meine Mama plötzlich und unerwartet.

In dieser Zeit versuchte ich vor allem zu funktionieren. Ich wollte stark sein, für andere da sein und weitermachen. Für meine eigene Trauer blieb wenig Raum.

Vier Jahre später, im März 2026, starb auch mein Papa plötzlich.

Wieder stand das Leben von einem Moment auf den anderen still.

Und dennoch war dieses Mal etwas anders.

Zwischen diesen beiden Verlusten lagen Jahre der Ausbildung, der persönlichen Entwicklung, viele Begegnungen und eine intensive Beschäftigung mit der Frage, was Trauer eigentlich bedeutet.

Ich erlaubte mir dieses Mal, innezuhalten. Meine Gefühle wahrzunehmen. Meine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Und meiner Trauer den Raum zu geben, den sie brauchte.

Diese beiden Erfahrungen haben meinen Blick auf Trauer nachhaltig verändert.

Trauer ist für mich mehr als Verlust

Heute weiß ich, dass Trauer viele Gesichter haben kann.

Sie kann schmerzen und überwältigen. Sie kann Fragen aufwerfen, für die es keine Antworten gibt. Sie kann still sein, widersprüchlich, laut oder manchmal kaum spürbar.

Aber Trauer erzählt auch von einer Verbindung.

Von einem Menschen, der wichtig war. Von Erinnerungen, gemeinsamen Erfahrungen und Liebe.

Deshalb bedeutet Trauer für mich nicht, etwas möglichst schnell hinter sich zu lassen. Es geht auch nicht darum, einen Menschen „loszulassen“ oder wieder so zu werden, wie man vor dem Verlust war.

Ein Verlust verändert.

Und jeder Mensch muss seinen eigenen Umgang damit finden. Aus dieser Überzeugung ist auch mein beruflicher Schwerpunkt entstanden.

Trauerbegleitung fühlt sich heute für mich wie meine berufliche Heimat an.

Wie ich Menschen begegnen möchte

In meiner Begleitung möchte ich keinen Weg vorgeben.

Ich möchte zuhören.

Ich möchte verstehen.

Und ich möchte einen Raum schaffen, in dem Menschen mit ihrer Trauer so sein dürfen, wie sie gerade sind.

Dabei gibt es keine Erwartungen daran, wie schnell sich etwas verändern sollte oder welche Gefühle vorhanden sein müssten.

Traurigkeit darf da sein.

Ebenso Wut, Sehnsucht, Leere, Schuldgefühle, Dankbarkeit, Erinnerungen oder vielleicht sogar Momente der Leichtigkeit.

Meine Aufgabe sehe ich darin, Orientierung zu geben, ohne Entscheidungen abzunehmen, und Menschen dabei zu begleiten, ihren eigenen Umgang mit dem Verlust zu finden.

Persönliche Erfahrung und fachliche Kompetenz gehören für mich dabei zusammen.

Denn ich kenne Trauer aus meinem eigenen Leben.

Aber ich weiß ebenso, dass meine Trauer nicht deine Trauer ist.

Jeder Verlust ist anders. Jede Beziehung ist anders. Und jeder Mensch geht seinen eigenen Weg.